Wie eine Sitzung ablaufen kann
Am Anfang einer Sitzung steht meist das, was Sie im Moment besonders beschäftigt – oft eine Situation aus Ihrem Alltag. Daraus kann sich ein Gespräch über Ihr aktuelles Erleben entwickeln und darüber, was Ihnen heute wichtig ist.
weiterlesen
Im weiteren Verlauf kann mehr Raum für das entstehen, was Ihr Körper dazu „erzählt“. Das heisst zum Beispiel: Wir achten darauf, welche Empfindungen auftauchen, wenn Sie von einer bestimmten Situation sprechen, und wie sich Anspannung oder Entlastung im Körper bemerkbar machen. Das kann sehr fein sein – etwa ein kleiner Unterschied in der Atmung oder darin, wie gut Sie Ihre Füsse am Boden spüren.
Oft zeigt sich dabei ein Hin- und Her zwischen unterschiedlichen Körperempfindungen: Bereichen, die sich enger, schwerer oder unruhiger anfühlen, und Bereichen, in denen etwas mehr Weite, Wärme oder Neutralität spürbar ist. Dieses Wechseln kann Ihrem Nervensystem helfen, mit Stress und alten Belastungen anders umzugehen – mit der Erfahrung: Ich kann etwas spüren, ohne davon völlig überschwemmt zu werden. Wie weit wir dabei gehen, richtet sich immer nach Ihrem Tempo.
Ein Teil der Arbeit kann auch sein, Erfahrungen in den Blick zu nehmen, in denen Sie sich lebendiger, verbundener oder mehr „bei sich“ gefühlt haben: zum Beispiel in der Natur, beim Musizieren oder Bewegen, im Kontakt mit Tieren oder in einem Moment von „Das habe ich gut geschafft“. Solche Erfahrungen können inneren Boden geben, während wir uns vorsichtig schwierigeren Themen zuwenden.
Manche Sitzungen sind eher still und nach innen gerichtet, mit viel Raum für Körperwahrnehmung. In anderen Stunden steht das Gespräch stärker im Vordergrund, um das Erlebte einzuordnen und Verbindungen zu Ihrem Alltag zu finden. Beides darf Platz haben und sich abwechseln.
Gegen Ende der Stunde verlangsamen wir meist noch einmal und schauen, was jetzt wahrnehmbar ist: im Körper, in der Stimmung, im Denken. Manchmal ergibt sich daraus etwas Konkretes für den Alltag – zum Beispiel ein kurzer Moment bewusst durchzuatmen, ein Satz, der gut tut, oder eine einfache Weise, wie Sie sich zwischendurch wieder etwas mehr spüren können.
Jede Sitzung verläuft anders. Die beschriebenen Aspekte sind mögliche Bausteine unserer Arbeit – keine feste Abfolge. Ihr Erleben, Ihre Grenzen und Ihr Tempo geben die Richtung vor.